Was heißt das eigentlich "Neues Leben"? Sagt sich so schön im christlichen Kontext.
Paulus wirft in
2.Korinther 5 ein paar interessante Schlaglichter:
Zunächst gilt: So wie Jesus gestorben ist, so ist auch unser altes Leben tot (V.14). Und so wie Christus auferstanden ist, haben wir als Christen (s)ein neues Leben - allerdings nicht für uns selbst als Selbstzweck, sondern für ihn (V.15).
Dieses neue Leben machen wir aber nicht selbst, sondern es kommt extern von Gott (V.18). Wie das? Dadurch, dass er uns durch Jesu Tat zu sich zieht (V.18).
Gott nicht sich, sondern die Welt versöhnt - mit sich. Das ist die Grundlage des neuen Lebens. Sündenvergebung für alle! Nun ist aber nicht so, dass Gott den Menschen etwas überstülpt. Denn dann hätte ja prinzipiell jeder Mensch schon das neue Leben und es gäbe keinen Unterschied, der Passus hier bei Paulus wäre überflüssig.
Die Versöhnung ist Gottes Angebot. Deshalb lässt Gott bitten: "Lasst euch versöhnen mit Gott!" (V. 20). Was sollte diese Aufforderung, wenn die Versöhnung schon automatisch allen übergestülpt wäre. Nein, der Mensch hat sein freies Mitbestimmungsrecht. Gott handelt also nicht entgegen dem menschlichen Willen!
Das neue Leben ist also nur möglich, weil Gott die Versöhnung allen Menschen anbietet. Das ist die Grundvoraussetzung. Versöhnung geschieht jedoch nicht ohne die Zustimmung des Individuums. Wer sich der Versöhnung Gott gewiss ist, der ist wie ausgewechselt, der ist wie neu geboren: ein neues Leben. Das bedeutet deshalb jedoch nicht zwangsläufig ein datierbares Bekehrungserlebnis.
Mache ich das neue Leben dann nicht doch durch meine Entscheidung selbst?
Nein. Dazu ist der Gedankengang der ersten zehn Verse wichtig:
Paulus hofft auf ein jenseitiges Leben bei Gott. Deshalb ist sein Ziel, so zu leben, wie es Gott gefällt (V.4). Die Argumentation ist aber nicht, Gott gefällig zu leben, damit er ewiges Leben bekommt, sondern andersrum:
weil er die Gewissheit hat,
will er Gott gefällig leben. Das ist intrinsische Motivation: von innen heraus. In einer zwischenmenschlichen Beziehung will man seinem Partner ja auch gefallen, weil man ihn liebt, und nicht damit!
Fazit:
- Die Grundvoraussetzung für ein neues Leben kommt extern von Gott durch das Christusgeschehen. Das gilt unabhängig jeglicher menschlicher Leistung.
- Neues Leben überkommt einen jedoch nicht entgegen dem eigenen Willen. Es gibt menschlicherseits ein "Mitspracherecht".
- Das neue Leben wirkt sich aufgrund dieser Gewissheit dahingehend aus, dass der Gläubige Gott gefallen möchte. Aus Dankbarkeit und Liebe.
- Weiterführende Frage: Wie kann ich Gott durch mein Leben gefallen?